
Karl Kraus1874 - 1936
österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
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Jeder Staat führt Krieg gegen die eigene Kultur, anstatt Krieg gegen die eigene Unkultur zu führen. Karl Kraus (#21) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Erotik verhält sich zur Sexualität wie Gewinn zu Verlust. Karl Kraus (#22) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Künstler ist einer, der aus einer Lösung ein Rätsel machen kann. Karl Kraus (#23) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Kunst ist etwas, was so klar ist, daß es niemand versteht. Karl Kraus (#24) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Künstler haben das Recht, bescheiden, und die Pflicht, eitel zu sein.
Karl Kraus (#1817) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Als zum erstenmal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: Wir haben verdient! Lasst uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient! Karl Kraus (#2703) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet. Karl Kraus (#2704) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze. Karl Kraus (#2705) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Aus Lebensüberdruss zum Denken greifen: Ein Selbstmord, durch den man sich das Leben gibt. Karl Kraus (#2706) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Bei gleicher Geistlosigkeit kommt es auf den Unterschied der Körperfülle an. Ein Dummkopf sollte nicht zu viel Raum einnehmen. Karl Kraus (#2707) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Besser es wird einem nichts gestohlen. Dann hat man wenigstens keine Scherereien mit der Polizei. Karl Kraus (#2708) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Bevor man das Leben über sich ergehen lässt, sollte man sich narkotisieren lassen. Karl Kraus (#2709) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben Karl Kraus (#2710) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Christentum hat die erotische Mahlzeit um die Vorspeise der Neugier bereichert und durch die Nachspeise der Reue verdorben. Karl Kraus (#2711) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben. Karl Kraus (#2712) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er. Karl Kraus (#2713) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das sind die wahren Wunder der Technik, dass sie das, wofür sie entschädigt, auch wirklich kaputt macht. Karl Kraus (#2714) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Vorurteil ist ein unentbehrlicher Hausknecht, der lästige Eindrücke von der Schwelle weist. Nur darf man sich von seinem Hausknecht nicht selber herauswerfen lassen. Karl Kraus (#2715) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Weib nimmt einen für alle, der Mann alle für eine. Der Mann bildet sich ein, dass er das Weib ausfülle. Aber er ist nur ein Lückenbüßer. Karl Kraus (#2716) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Wort "Familienbande" hat einen Beigeschmack von Wahrheit. Karl Kraus (#2717) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Dem Bedürfnis nach Einsamkeit genügt es nicht, dass man an einem Tisch allein sitzt. Es müssen auch leere Sessel herumstehen. Wenn mir der Kellner so einen Sessel wegzieht, auf dem kein Mensch sitzt, verspüre ich eine Leere und es erwacht meine gesellige Natur. Ich kann ohne freie Sessel nicht leben. Karl Kraus (#2718) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb. Karl Kraus (#2719) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Ästhet verhält sich zur Schönheit wie der Pornograph zur Liebe und wie der Politiker zum Leben. Karl Kraus (#2720) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Fortschritt macht Portemonnaies aus Menschenhaut. Karl Kraus (#2721) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Historiker ist nicht immer ein rückwärts gekehrter Prophet, aber der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat. Karl Kraus (#2722) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Judaskuss, den die christliche Kultur dem menschlichen Geiste gab, war der letzte Geschlechtsakt, den sie gewährte. Karl Kraus (#2723) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Mann hat fünf Sinne, das Weib bloß einen. Karl Kraus (#2724) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt. Karl Kraus (#2725) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung, der Starke hernach Karl Kraus (#2726) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht. Karl Kraus (#2727) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, daß er die Menschen schlechter machen kann. Karl Kraus (#2728) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Übermensch ist ein verfrühtes Ideal, das den Menschen voraussetzt. Karl Kraus (#2729) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Unmoralprotz ist dem Moralprotzen verwandter als die Unmoral der Moral. Karl Kraus (#2730) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Unsterbliche erlebt die Plage aller Zeiten. Karl Kraus (#2731) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Zuhälter ist das Vollzugsorgan der Unsittlichkeit. Das Vollzugsorgan der Sittlichkeit ist der Erpresser. Karl Kraus (#2732) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Aufgabe der Religion: die Menschheit zu trösten, die zum Galgen geht. Die Aufgabe der Politik: Sie lebensüberdrüssig zu machen; die Aufgabe der Humanität: ihr die Galgenfrist zu verkürzen und die Henkersmahlzeit gleich zu vergiften. Karl Kraus (#2733) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Begierde des Mannes ist nichts, was der Betrachtung lohnt. Wenn sie aber ohne Richtung läuft und das Ziel erst sucht, so ist sie wahrlich ein Greuel vor der Natur. Karl Kraus (#2734) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die bloße Mahnung an die Richter, nach bestem Wissen und Gewissen zu urteilen, genügt nicht. Es müssten auch Vorschriften erlassen werden, wie klein das Wissen und wie groß das Gewissen sein darf. Karl Kraus (#2735) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die christliche Moral hat es am liebsten, dass die Trauer der Wollust vorangeht und diese ihr dann nicht folgt. Karl Kraus (#2736) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seichteste. Karl Kraus (#2737) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Deutschen sitzen an der Tafel einer Kultur, bei der Prahlhans Küchenmeister ist. Karl Kraus (#2738) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die einen verführen und lassen sitzen; die andern heiraten und lassen liegen. Diese sind die Gewissenloseren. Karl Kraus (#2739) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Einsamkeit wäre ein idealer Zustand, wenn man sich die Menschen aussuchen könnte, die man meidet. Karl Kraus (#2740) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Huren auf der Straße benehmen sich so schlecht, dass man daraus auf das Benehmen der Bürger im Hause schließen kann. Karl Kraus (#2741) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die kleinen Stationen sind sehr stolz darauf, das die Schnellzüge an ihnen vorbei müssen. Karl Kraus (#2742) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Medizin: Geld her und Leben! Karl Kraus (#2743) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Menschheit stempelt seit Jahrhunderten die Ausübung der Weiberrechte zur Schande. Jetzt muss sie sich die Ausübung der Frauenrechte gefallen lassen. Karl Kraus (#2744) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die österreichische Überzeugung, dass dir nix g'schehn kann, geht bis zu der Entschlossenheit eines Mannes, der auf Unfall versichert ist und sich deshalb ein Bein bricht. Karl Kraus (#2745) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Persönlichkeit hat ein Recht zu irren. Der Philister kann irrtümlich Recht haben. Karl Kraus (#2746) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedanken. Karl Kraus (#2747) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die stärkste Kraft reicht nicht an die Energie heran, mit der manch einer seine Schwäche verteidigt. Karl Kraus (#2748) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Technik: Automobil im wahren Sinn des Wortes. Ein Ding, das sich nicht nur ohne Pferd, sondern auch ohne den Menschen fortbewegt. Nachdem der Chauffeur den Wagen angekurbelt hatte, wurde er von ihm überfahren. Nun geht es so weiter. Karl Kraus (#2749) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Technik ist ein Dienstbote, der nebenan so geräuschvoll Ordnung macht, dass die Herrschaft nicht Musik machen kann. Karl Kraus (#2750) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Verbreitung der Lustseuche hat der Glaube bewirkt, dass die Lust eine Seuche sei. Karl Kraus (#2751) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Weiber sind nie bei sich und wollen darum, dass auch die Männer nicht bei sich seien, sondern bei ihnen. Karl Kraus (#2752) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Welt ist ein Gefängnis, in dem Einzelhaft vorzuziehen ist. Karl Kraus (#2753) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen. Karl Kraus (#2754) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Dichter, der liest: ein Anblick, wie ein Koch, der isst. Karl Kraus (#2755) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein dick aufgetragener Vaterstolz hat mir immer den Wunsch eingegeben, dass der Kerl wenigstenz die Schmerzen der Zeugung verspürt hätte. Karl Kraus (#2756) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen Karl Kraus (#2757) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein ganzer Kerl ist einer, der die Lumpereien nie begehen wird, die man ihm zutraut. Ein halber, dem man die Lumpereien nie zugetraut hat, die er begeht. Karl Kraus (#2758) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Gedicht ist so lange gut, bis man weiß, von wem es ist. Karl Kraus (#2759) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Original ist heute, wer zuerst gestohlen hat. Karl Kraus (#2760) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Plagiator sollte den Autor hundertmal abschreiben müssen. Karl Kraus (#2761) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Polizist nimmt es meistens übel, wenn man ihn in eine Amtshandlung einmengt. Karl Kraus (#2762) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein rechter Krieg wäre erst, wenn nur die, die nicht taugen in ihn geschickt würden. Karl Kraus (#2763) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, dass ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist. Karl Kraus (#2764) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Sittlichkeitsprozess ist die zielbewusste Entwicklung einer individuellen zur allgemeinen Unsittlichkeit, von deren düsterem Grunde sich die erwiesene Schuld des Angeklagten leuchtend abhebt. Karl Kraus (#2765) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Weib ist manchmal ein ganz brauchbares Surrogat für die Selbstbefriedigung. Freilich gehört ein Übermaß von Phantasie dazu. Karl Kraus (#2766) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine Frau soll nicht einmal meiner Meinung sein, geschweige denn ihrer. Karl Kraus (#2767) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine Frau, die nicht hässlich sein kann, ist nicht schön. Karl Kraus (#2768) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine Moral, welche aus der Gelegenheit ein Geheimnis gemacht hat, hat auch aus dem Geheimnis eine Gelegenheit gemacht. Karl Kraus (#2769) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine Notlüge ist immer verzeihlich. Wer aber ohne Zwang die Wahrheit sagt, verdient keine Nachsicht. Karl Kraus (#2770) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine schöne Welt, in der die Männer die Erfüllung ihres Lieblingswunsches den Frauen zum Vorwurf machen! Karl Kraus (#2771) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine, die mit Vitriol umgeht, ist auch imstande, zur Tinte zu greifen. Karl Kraus (#2772) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Einen Aphorismus kann man in keine Schreibmaschine diktieren. Es würde zu lange dauern. Karl Kraus (#2773) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Einen Aphorismus zu schreiben, wenn man es kann, ist oft schwer. Viel leichter ist es, einen Aphorismus zu schreiben, wenn man es nicht kann. Karl Kraus (#2774) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Einer, der Aphorismen schreiben kann, sollte sich nicht in Aufsätzen zersplittern Karl Kraus (#2775) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Er wollte seine Geliebte zur Freiheit verurteilen. Das lassen sie sich schon gar nicht gefallen. Karl Kraus (#2776) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Erotik ist Überwindung von Hindernissen. Das verlockendste und populärste Hindernis ist die Moral Karl Kraus (#2777) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Erröten, Herzklopfen, ein schlechtes Gewissen - das kommt davon, wenn man nicht gesündigt hat. Karl Kraus (#2778) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es empfiehlt sich, Herren, die das Angebot einer Zigarre mit dem Satz beantworten: »Ich sage nicht nein«, sofort totzuschlagen. Es könnte nämlich sonst der Fall eintreten, dass sie auf die Frage, wie ihnen eine Frau gefalle, die Antwort geben: »Ich bin kein Kostverächter«. Karl Kraus (#2779) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es gibt Frauen, die nicht schön sind, sondern nur so aussehen. Karl Kraus (#2780) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es gibt kein unglücklicheres Wesen unter der Sonne als einen Fetischisten, der sich nach einem Frauenschuh sehnt und mit einem ganzen Weib vorlieb nehmen muss. Karl Kraus (#2781) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es gibt nur eine Möglichkeit, sich vor der Maschine zu retten. Das ist, sie zu benützen. Nur mit dem Auto kommt man zu sich. Karl Kraus (#2782) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es gibt Persönlichkeiten im Staat, von denen man nichts anderes weiß, als dass sie nicht beleidigt werden dürfen. Karl Kraus (#2783) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es ist nicht wahr, dass man ohne eine Frau nicht leben kann. Man kann bloß ohne eine Frau nicht gelebt haben. Karl Kraus (#2784) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es kommt gewiss nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig. Karl Kraus (#2785) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Fluch dem Gesetz! Die meisten meiner Mitmenschen sind traurige Folgen einer unterlassenen Fruchtabtreibung. Karl Kraus (#2786) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Gedanken sind zollfrei. Aber man hat doch Scherereien Karl Kraus (#2787) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Gewissensbisse sind die sadistischen Regungen des Christentums. Karl Kraus (#2788) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Gott nahm vom Weib die Rippe, baute aus ihr den Mann, blies ihm den lebendigen Odem aus und machte aus ihm einen Erdenkloß. Karl Kraus (#2789) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Gut und Blut fürs Vaterland! Aber die Nerven Karl Kraus (#2790) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Gute Ansichten sind wertlos, es kommt darauf an, wer sie hat Karl Kraus (#2791) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Hass muss produktiv machen, sonst ist es gleich gescheiter zu lieben. Karl Kraus (#2792) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Herr, vergib ihnen, denn sie wissen, was sie tun. Karl Kraus (#2793) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ich kenne ein Land, wo die Automaten Sonntagsruhe haben und unter der Woche nicht funktionieren Karl Kraus (#2794) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ich lasse mich nicht hindern zu gestalten, was mich hindert am gestalten. Karl Kraus (#2795) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ich und das Leben: Die Affäre wurde ritterlich ausgetragen. Die Gegner schieden unversöhnt. Karl Kraus (#2796) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Im Epischen ist etwas von gefrorener Überflüssigkeit. Karl Kraus (#2797) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
In der erotischen Sprache gibts auch Metaphern. Der Analphabet nennt sie Perversitäten. Er verabscheut den Dichter Karl Kraus (#2798) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
In der Nacht sind alle Kühe schwarz, auch die blonden. Karl Kraus (#2799) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
In Wien stellen sich die Nullen vor den Einser. Karl Kraus (#2800) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Kein Zweifel, der Hund ist treu. Aber sollen wir uns deshalb ein Beispiel an ihm nehmen? Er ist doch dem Menschen treu und nicht dem Hund. Karl Kraus (#2801) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können: Das macht den Journalisten. Karl Kraus (#2802) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Klerus und Krieg: Man kann auch den Mantel der Nächstenliebe nach dem Winde hängen Karl Kraus (#2803) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Kosmetik ist die Lehre vom Kosmos des Weibes. Karl Kraus (#2804) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Kultur ist die Pflege der Vernachlässigung einer Naturanlage Karl Kraus (#2805) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Künstler haben das Recht, bescheiden, und die Pflicht, eitel zu sein Karl Kraus (#2806) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Künstler ist nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann. Karl Kraus (#2807) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Denn: Jeder ist sich selbst der Nächste. Karl Kraus (#2808) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Liebe und Kunst umarmen nicht was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird Karl Kraus (#2809) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Man kann eine Frau nicht hoch genug überschätzen. Karl Kraus (#2810) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Man kann eine Frau wohl in flagranti ertappen, aber sie wird noch immer Zeit genug haben, es in Abrede zu stellen. Karl Kraus (#2811) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Man muss oft erst nachdenken, worüber man sich freut; aber man weiß immer worüber man traurig ist. Karl Kraus (#2812) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Männer der Wissenschaft! Man sagt ihr viele nach, aber die meisten mit Unrecht. Karl Kraus (#2813) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Menschsein ist irrig. Karl Kraus (#2814) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Moral ist die Tendenz, das Bad mit dem Kinde auszuschütten. Karl Kraus (#2815) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Moralische Verantwortung ist das, was dem Mann fehlt, wenn er es von der Frau verlangt. Karl Kraus (#2816) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Müssen wir für die Mängel büßen, die der Schöpfer an den Weibern gelassen hat? Weil sie in jedem Monat an ihre Unvollkommenheit gemahnt werden, müssen wir verbluten?! Karl Kraus (#2817) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Nach Ägypten wär's nicht so weit, aber bis man zum Südbahnhof kommt. Karl Kraus (#2818) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Nichts ist unergründlicher als die Oberflächlichkeit des Weibes. Karl Kraus (#2819) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Polemik soll den Gegner um seine Seelenruhe bringen, nicht ihn belästigen. Karl Kraus (#2820) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Preußen: Freizügigkeit mit Maulkorb. Österreich: Isolierzelle in der man schreien darf Karl Kraus (#2821) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten. Karl Kraus (#2822) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Schein hat mehr Buchstaben, als Sein Karl Kraus (#2823) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Sexuelle Aufklärung ist insoweit berechtigt, als die Mädchen nicht früh genug erfahren können, wie die Kinder nicht zur Welt kommen. Karl Kraus (#2824) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Sexuelle Aufklärung ist jenes hartherzige Verfahren, wodurch es der Jugend aus hygienischen Gründen versagt wird, ihre Neugierde selbst zu befriedigen. Karl Kraus (#2825) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Sie ist mit einer Lüge in die Ehe getreten. Sie war eine Jungfrau und hat es Ihm nicht gesagt. Karl Kraus (#2826) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Sie sagte sich: Mit ihm schlafen, ja - aber nur keine Intimität! Karl Kraus (#2827) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Sie sagte, sie lebe so dahin. Dahin möchte ich sie begleiten! Karl Kraus (#2828) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Sittlichkeit ist das, was ohne unzüchtig zu sein mein Schamgefühl gröblich verletzt. Karl Kraus (#2829) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Tugend und Laster sind verwandt wie Kohle und Diamant Karl Kraus (#2830) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ungerechtigkeit muss sein; sonst kommt man zu keinem Ende. Karl Kraus (#2831) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht. Karl Kraus (#2832) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Viele Frauen möchten mit Männern träumen, ohne mit ihnen zu schlafen. Man mache sie auf das Unmögliche dieses Vorhabens nachdrücklich aufmerksam. Karl Kraus (#2833) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Viele haben den Wunsch, mich zu erschlagen. Viele den Wunsch, mit mir ein Plauderstündchen zu verbringen. Gegen jene schützt mich das Gesetz. Karl Kraus (#2834) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Vieles, was bei Tisch geschmacklos ist, ist im Bett eine Würze. Und umgekehrt. Die meisten Verbindungen sind darum so unglücklich, weil diese Trennung von Tisch und Bett nicht vorgenommen wird. Karl Kraus (#2835) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Vielleicht ginge es besser, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen, wenn die Menschen an der Leine und die Hunde an der Religion geführt würden. Die Hundswut könnte in gleichem Maße abnehmen wie die Politik Karl Kraus (#2836) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Vorschläge, um mich dieser Stadt wieder zu gewinnen: Änderung des Dialekts und Verbot der Fortpflanzung. Karl Kraus (#2837) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Was die Lehrer verdauen, das essen die Schüler. Karl Kraus (#2838) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Was helfen uns die Flammenwerfer, wenn die Zündhölzchen ausgehen! Karl Kraus (#2839) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Was kann durch einen Weltkrieg entschieden werden? Nicht mehr, als dass das Christentum zu schwach war, ihn zu verhindern. Karl Kraus (#2840) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Weibeslust liegt neben der männlichen wie ein Epos neben einem Epigramm Karl Kraus (#2841) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wenn die Sinne der Frau schweigen, verlangt sie den Mann im Mond. Karl Kraus (#2842) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wenn ein Schwätzer einen Tag lang keinen Hörer hat, wird er heiser. Karl Kraus (#2843) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wenn ich sicher wüsste, dass ich mit gewissen Leuten die Unsterblichkeit zu teilen haben werde, so möchte ich eine separierte Vergessenheit vorziehen. Karl Kraus (#2844) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wenn lieben nur zum Zeugen dient, dient Lernen nur zum Lehren. Das ist die zweifache Rechtfertigung für das Dasein der Professoren. Karl Kraus (#2845) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wer andern keine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Karl Kraus (#2846) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wider besseres Wissen die Wahrheit zu sagen, sollte für ehrlos gelten.
Karl Kraus (#2847) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wie schön, wenn ein Mädchen seine gute Erziehung vergisst! Karl Kraus (#2848) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie's lesen. Karl Kraus (#2849) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wohltätige Frauen sind oft solche, denen es nicht mehr gegeben ist, wohlzutun. Karl Kraus (#2850) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
"Würde" ist die konditionale Form von dem, was einer ist. Karl Kraus (#2851) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Den Leuten ein X für ein U vormachen - wo ist die Zeitung, die diesen Druckfehler zugibt? Karl Kraus (#2852) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Parlamentarismus ist die Kasernierung der politischen Prostitution. Karl Kraus (#2853) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Momo ist ein unentbehrlicher pädagogischer Behelf im deutschen Familienleben. Erwachsene schreckt man damit, dass man ihnen droht, der Psychiater werde sie holen. Karl Kraus (#2854) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Sport ist ein Sohn des Fortschritts, und er trägt schon auf eigene Faust zur Verdummung der Familie bei. Karl Kraus (#2855) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Voyeur besteht die Kraftprobe des natürlichen Empfindens: Der Wille, das Weib mit dem Mann zu sehen, überwindet selbst den Widerwillen, den Mann mit dem Weib zu sehen. Karl Kraus (#2856) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die anständigen Frauen empfinden es als die größte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewusstsein greift. Karl Kraus (#2857) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Sitte verlangt, dass ein Lustmörder den Mord zugebe, aber nicht die Lust. Karl Kraus (#2858) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Sittenpolizei macht sich der Einmischung durch eine Amtshandlung schuldig. Karl Kraus (#2859) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Unzucht mit Tieren ist verboten, das Schlachten von Tieren ist erlaubt. Aber hat man noch nicht bedacht, dass es ein Lustmord sein könnte? Karl Kraus (#2860) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Die Zeitung ist die Konserve der Zeit. Karl Kraus (#2861) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Enthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Wimmerln, beim anderen Sexualgesetze. Karl Kraus (#2862) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
In Deutschland bilden zwei einen Verein. Stirbt der eine, so erhebt sich der andere zum Zeichen der Trauer von seinem Platze. Karl Kraus (#2863) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen! Karl Kraus (#2864) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Schönheit vergeht, weil Tugend besteht. Karl Kraus (#2865) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Was sind alle Orgien des Bacchus gegen die Räusche dessen, der sich zügellos der Enthaltsamkeit ergibt! Karl Kraus (#2866) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wir leben in einer Gesellschaft, die Monogamie mit Einheirat übersetzt. Karl Kraus (#2867) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? Karl Kraus (#2868) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung. Karl Kraus (#2869) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Autor, der fremde Kostüme ausklopft, kommt dem stofflichen Interesse von der denkbar bequemsten Seite bei. Der geistige Leser hat deshalb das denkbar stärkste Misstrauen gegen jene Erzähler, die sich in exotischen Milieus herumtreiben. Karl Kraus (#2870) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Frage deinen Nächsten nur über Dinge, die du selbst besser weißt. Dann könnte sein Rat wertvoll sein. Karl Kraus (#2871) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Krank sind die meisten. Aber nur wenige wissen, dass sie sich etwas darauf einbilden können. Das sind die Psychoanalytiker. Karl Kraus (#2872) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält. Karl Kraus (#2873) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Der Übel größtes ist der Zwang, an die äußern Dinge des Lebens, die der inneren Kraft dienen sollen, eben diese zu verplempern. Karl Kraus (#2874) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott." Karl Kraus (#2875) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Journalist ist einer, der nachher alles vorher gewusst hat. Karl Kraus (#2876) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Ein Paradoxon entsteht, wenn eine frühreife Erkenntnis mit dem Unsinn ihrer Zeit zusammenprallt. Karl Kraus (#2877) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Eine Frau ist hin und wieder ein ganz praktischer Ersatz fürs Masturbieren. Karl Kraus (#2878) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken Karl Kraus (#2879) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Gedanken sind steuerfrei. Aber man hat doch Scherereien. Karl Kraus (#2880) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
In Zweifelsfällen entscheide man sich für das Richtige. Karl Kraus (#2881) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache. Karl Kraus (#2882) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
Wenn die letzten Illusionen verloren sind, fangen die richtigen Probleme erst an. Karl Kraus (#2883) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
In einem Land, in dem die kulturelle Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge große Schatten. Karl Kraus (#2884) österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker
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