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Karl Kraus

1874 - 1936

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


187 Zitate in der Datenbank

Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Kraus



Jeder Staat führt Krieg gegen die eigene Kultur, anstatt Krieg gegen die eigene Unkultur zu führen.

Karl Kraus (#21)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Erotik verhält sich zur Sexualität wie Gewinn zu Verlust.

Karl Kraus (#22)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Künstler ist einer, der aus einer Lösung ein Rätsel machen kann.

Karl Kraus (#23)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Kunst ist etwas, was so klar ist, daß es niemand versteht.

Karl Kraus (#24)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Künstler haben das Recht, bescheiden, und die Pflicht, eitel zu sein.

Karl Kraus (#1817)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Als zum erstenmal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: Wir haben verdient! Lasst uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!

Karl Kraus (#2703)Detailansicht

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Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.

Karl Kraus (#2704)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.

Karl Kraus (#2705)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Aus Lebensüberdruss zum Denken greifen: Ein Selbstmord, durch den man sich das Leben gibt.

Karl Kraus (#2706)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Bei gleicher Geistlosigkeit kommt es auf den Unterschied der Körperfülle an. Ein Dummkopf sollte nicht zu viel Raum einnehmen.

Karl Kraus (#2707)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Besser es wird einem nichts gestohlen. Dann hat man wenigstens keine Scherereien mit der Polizei.

Karl Kraus (#2708)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Bevor man das Leben über sich ergehen lässt, sollte man sich narkotisieren lassen.

Karl Kraus (#2709)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben

Karl Kraus (#2710)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das Christentum hat die erotische Mahlzeit um die Vorspeise der Neugier bereichert und durch die Nachspeise der Reue verdorben.

Karl Kraus (#2711)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben.

Karl Kraus (#2712)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.

Karl Kraus (#2713)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das sind die wahren Wunder der Technik, dass sie das, wofür sie entschädigt, auch wirklich kaputt macht.

Karl Kraus (#2714)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das Vorurteil ist ein unentbehrlicher Hausknecht, der lästige Eindrücke von der Schwelle weist. Nur darf man sich von seinem Hausknecht nicht selber herauswerfen lassen.

Karl Kraus (#2715)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das Weib nimmt einen für alle, der Mann alle für eine. Der Mann bildet sich ein, dass er das Weib ausfülle. Aber er ist nur ein Lückenbüßer.

Karl Kraus (#2716)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Das Wort "Familienbande" hat einen Beigeschmack von Wahrheit.

Karl Kraus (#2717)Detailansicht

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Dem Bedürfnis nach Einsamkeit genügt es nicht, dass man an einem Tisch allein sitzt. Es müssen auch leere Sessel herumstehen. Wenn mir der Kellner so einen Sessel wegzieht, auf dem kein Mensch sitzt, verspüre ich eine Leere und es erwacht meine gesellige Natur. Ich kann ohne freie Sessel nicht leben.

Karl Kraus (#2718)Detailansicht

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Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.

Karl Kraus (#2719)Detailansicht

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Der Ästhet verhält sich zur Schönheit wie der Pornograph zur Liebe und wie der Politiker zum Leben.

Karl Kraus (#2720)Detailansicht

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Der Fortschritt macht Portemonnaies aus Menschenhaut.

Karl Kraus (#2721)Detailansicht

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Der Historiker ist nicht immer ein rückwärts gekehrter Prophet, aber der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat.

Karl Kraus (#2722)Detailansicht

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Der Judaskuss, den die christliche Kultur dem menschlichen Geiste gab, war der letzte Geschlechtsakt, den sie gewährte.

Karl Kraus (#2723)Detailansicht

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Der Mann hat fünf Sinne, das Weib bloß einen.

Karl Kraus (#2724)Detailansicht

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Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt.

Karl Kraus (#2725)Detailansicht

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Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung, der Starke hernach

Karl Kraus (#2726)Detailansicht

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Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht.

Karl Kraus (#2727)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, daß er die Menschen schlechter machen kann.

Karl Kraus (#2728)Detailansicht

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Der Übermensch ist ein verfrühtes Ideal, das den Menschen voraussetzt.

Karl Kraus (#2729)Detailansicht

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Der Unmoralprotz ist dem Moralprotzen verwandter als die Unmoral der Moral.

Karl Kraus (#2730)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Der Unsterbliche erlebt die Plage aller Zeiten.

Karl Kraus (#2731)Detailansicht

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Der Zuhälter ist das Vollzugsorgan der Unsittlichkeit. Das Vollzugsorgan der Sittlichkeit ist der Erpresser.

Karl Kraus (#2732)Detailansicht

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Die Aufgabe der Religion: die Menschheit zu trösten, die zum Galgen geht. Die Aufgabe der Politik: Sie lebensüberdrüssig zu machen; die Aufgabe der Humanität: ihr die Galgenfrist zu verkürzen und die Henkersmahlzeit gleich zu vergiften.

Karl Kraus (#2733)Detailansicht

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Die Begierde des Mannes ist nichts, was der Betrachtung lohnt. Wenn sie aber ohne Richtung läuft und das Ziel erst sucht, so ist sie wahrlich ein Greuel vor der Natur.

Karl Kraus (#2734)Detailansicht

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Die bloße Mahnung an die Richter, nach bestem Wissen und Gewissen zu urteilen, genügt nicht. Es müssten auch Vorschriften erlassen werden, wie klein das Wissen und wie groß das Gewissen sein darf.

Karl Kraus (#2735)Detailansicht

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Die christliche Moral hat es am liebsten, dass die Trauer der Wollust vorangeht und diese ihr dann nicht folgt.

Karl Kraus (#2736)Detailansicht

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Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seichteste.

Karl Kraus (#2737)Detailansicht

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Die Deutschen sitzen an der Tafel einer Kultur, bei der Prahlhans Küchenmeister ist.

Karl Kraus (#2738)Detailansicht

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Die einen verführen und lassen sitzen; die andern heiraten und lassen liegen. Diese sind die Gewissenloseren.

Karl Kraus (#2739)Detailansicht

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Die Einsamkeit wäre ein idealer Zustand, wenn man sich die Menschen aussuchen könnte, die man meidet.

Karl Kraus (#2740)Detailansicht

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Die Huren auf der Straße benehmen sich so schlecht, dass man daraus auf das Benehmen der Bürger im Hause schließen kann.

Karl Kraus (#2741)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Die kleinen Stationen sind sehr stolz darauf, das die Schnellzüge an ihnen vorbei müssen.

Karl Kraus (#2742)Detailansicht

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Die Medizin: Geld her und Leben!

Karl Kraus (#2743)Detailansicht

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Die Menschheit stempelt seit Jahrhunderten die Ausübung der Weiberrechte zur Schande. Jetzt muss sie sich die Ausübung der Frauenrechte gefallen lassen.

Karl Kraus (#2744)Detailansicht

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Die österreichische Überzeugung, dass dir nix g'schehn kann, geht bis zu der Entschlossenheit eines Mannes, der auf Unfall versichert ist und sich deshalb ein Bein bricht.

Karl Kraus (#2745)Detailansicht

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Die Persönlichkeit hat ein Recht zu irren. Der Philister kann irrtümlich Recht haben.

Karl Kraus (#2746)Detailansicht

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Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedanken.

Karl Kraus (#2747)Detailansicht

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Die stärkste Kraft reicht nicht an die Energie heran, mit der manch einer seine Schwäche verteidigt.

Karl Kraus (#2748)Detailansicht

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Die Technik: Automobil im wahren Sinn des Wortes. Ein Ding, das sich nicht nur ohne Pferd, sondern auch ohne den Menschen fortbewegt. Nachdem der Chauffeur den Wagen angekurbelt hatte, wurde er von ihm überfahren. Nun geht es so weiter.

Karl Kraus (#2749)Detailansicht

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Die Technik ist ein Dienstbote, der nebenan so geräuschvoll Ordnung macht, dass die Herrschaft nicht Musik machen kann.

Karl Kraus (#2750)Detailansicht

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Die Verbreitung der Lustseuche hat der Glaube bewirkt, dass die Lust eine Seuche sei.

Karl Kraus (#2751)Detailansicht

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Die Weiber sind nie bei sich und wollen darum, dass auch die Männer nicht bei sich seien, sondern bei ihnen.

Karl Kraus (#2752)Detailansicht

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Die Welt ist ein Gefängnis, in dem Einzelhaft vorzuziehen ist.

Karl Kraus (#2753)Detailansicht

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Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen.

Karl Kraus (#2754)Detailansicht

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Ein Dichter, der liest: ein Anblick, wie ein Koch, der isst.

Karl Kraus (#2755)Detailansicht

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Ein dick aufgetragener Vaterstolz hat mir immer den Wunsch eingegeben, dass der Kerl wenigstenz die Schmerzen der Zeugung verspürt hätte.

Karl Kraus (#2756)Detailansicht

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Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen

Karl Kraus (#2757)Detailansicht

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Ein ganzer Kerl ist einer, der die Lumpereien nie begehen wird, die man ihm zutraut. Ein halber, dem man die Lumpereien nie zugetraut hat, die er begeht.

Karl Kraus (#2758)Detailansicht

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Ein Gedicht ist so lange gut, bis man weiß, von wem es ist.

Karl Kraus (#2759)Detailansicht

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Ein Original ist heute, wer zuerst gestohlen hat.

Karl Kraus (#2760)Detailansicht

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Ein Plagiator sollte den Autor hundertmal abschreiben müssen.

Karl Kraus (#2761)Detailansicht

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Ein Polizist nimmt es meistens übel, wenn man ihn in eine Amtshandlung einmengt.

Karl Kraus (#2762)Detailansicht

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Ein rechter Krieg wäre erst, wenn nur die, die nicht taugen in ihn geschickt würden.

Karl Kraus (#2763)Detailansicht

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Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, dass ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist.

Karl Kraus (#2764)Detailansicht

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Ein Sittlichkeitsprozess ist die zielbewusste Entwicklung einer individuellen zur allgemeinen Unsittlichkeit, von deren düsterem Grunde sich die erwiesene Schuld des Angeklagten leuchtend abhebt.

Karl Kraus (#2765)Detailansicht

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Ein Weib ist manchmal ein ganz brauchbares Surrogat für die Selbstbefriedigung. Freilich gehört ein Übermaß von Phantasie dazu.

Karl Kraus (#2766)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Eine Frau soll nicht einmal meiner Meinung sein, geschweige denn ihrer.

Karl Kraus (#2767)Detailansicht

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Eine Frau, die nicht hässlich sein kann, ist nicht schön.

Karl Kraus (#2768)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Eine Moral, welche aus der Gelegenheit ein Geheimnis gemacht hat, hat auch aus dem Geheimnis eine Gelegenheit gemacht.

Karl Kraus (#2769)Detailansicht

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Eine Notlüge ist immer verzeihlich. Wer aber ohne Zwang die Wahrheit sagt, verdient keine Nachsicht.

Karl Kraus (#2770)Detailansicht

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Eine schöne Welt, in der die Männer die Erfüllung ihres Lieblingswunsches den Frauen zum Vorwurf machen!

Karl Kraus (#2771)Detailansicht

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Eine, die mit Vitriol umgeht, ist auch imstande, zur Tinte zu greifen.

Karl Kraus (#2772)Detailansicht

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Einen Aphorismus kann man in keine Schreibmaschine diktieren. Es würde zu lange dauern.

Karl Kraus (#2773)Detailansicht

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Einen Aphorismus zu schreiben, wenn man es kann, ist oft schwer. Viel leichter ist es, einen Aphorismus zu schreiben, wenn man es nicht kann.

Karl Kraus (#2774)Detailansicht

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Einer, der Aphorismen schreiben kann, sollte sich nicht in Aufsätzen zersplittern

Karl Kraus (#2775)Detailansicht

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Er wollte seine Geliebte zur Freiheit verurteilen. Das lassen sie sich schon gar nicht gefallen.

Karl Kraus (#2776)Detailansicht

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Erotik ist Überwindung von Hindernissen. Das verlockendste und populärste Hindernis ist die Moral

Karl Kraus (#2777)Detailansicht

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Erröten, Herzklopfen, ein schlechtes Gewissen - das kommt davon, wenn man nicht gesündigt hat.

Karl Kraus (#2778)Detailansicht

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Es empfiehlt sich, Herren, die das Angebot einer Zigarre mit dem Satz beantworten: »Ich sage nicht nein«, sofort totzuschlagen. Es könnte nämlich sonst der Fall eintreten, dass sie auf die Frage, wie ihnen eine Frau gefalle, die Antwort geben: »Ich bin kein Kostverächter«.

Karl Kraus (#2779)Detailansicht

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Es gibt Frauen, die nicht schön sind, sondern nur so aussehen.

Karl Kraus (#2780)Detailansicht

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Es gibt kein unglücklicheres Wesen unter der Sonne als einen Fetischisten, der sich nach einem Frauenschuh sehnt und mit einem ganzen Weib vorlieb nehmen muss.

Karl Kraus (#2781)Detailansicht

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Es gibt nur eine Möglichkeit, sich vor der Maschine zu retten. Das ist, sie zu benützen. Nur mit dem Auto kommt man zu sich.

Karl Kraus (#2782)Detailansicht

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Es gibt Persönlichkeiten im Staat, von denen man nichts anderes weiß, als dass sie nicht beleidigt werden dürfen.

Karl Kraus (#2783)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Es ist nicht wahr, dass man ohne eine Frau nicht leben kann. Man kann bloß ohne eine Frau nicht gelebt haben.

Karl Kraus (#2784)Detailansicht

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Es kommt gewiss nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.

Karl Kraus (#2785)Detailansicht

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Fluch dem Gesetz! Die meisten meiner Mitmenschen sind traurige Folgen einer unterlassenen Fruchtabtreibung.

Karl Kraus (#2786)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Gedanken sind zollfrei. Aber man hat doch Scherereien

Karl Kraus (#2787)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Gewissensbisse sind die sadistischen Regungen des Christentums.

Karl Kraus (#2788)Detailansicht

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Gott nahm vom Weib die Rippe, baute aus ihr den Mann, blies ihm den lebendigen Odem aus und machte aus ihm einen Erdenkloß.

Karl Kraus (#2789)Detailansicht

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Gut und Blut fürs Vaterland! Aber die Nerven

Karl Kraus (#2790)Detailansicht

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Gute Ansichten sind wertlos, es kommt darauf an, wer sie hat

Karl Kraus (#2791)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Hass muss produktiv machen, sonst ist es gleich gescheiter zu lieben.

Karl Kraus (#2792)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Herr, vergib ihnen, denn sie wissen, was sie tun.

Karl Kraus (#2793)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Ich kenne ein Land, wo die Automaten Sonntagsruhe haben und unter der Woche nicht funktionieren

Karl Kraus (#2794)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Ich lasse mich nicht hindern zu gestalten, was mich hindert am gestalten.

Karl Kraus (#2795)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Ich und das Leben: Die Affäre wurde ritterlich ausgetragen. Die Gegner schieden unversöhnt.

Karl Kraus (#2796)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Im Epischen ist etwas von gefrorener Überflüssigkeit.

Karl Kraus (#2797)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


In der erotischen Sprache gibts auch Metaphern. Der Analphabet nennt sie Perversitäten. Er verabscheut den Dichter

Karl Kraus (#2798)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


In der Nacht sind alle Kühe schwarz, auch die blonden.

Karl Kraus (#2799)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


In Wien stellen sich die Nullen vor den Einser.

Karl Kraus (#2800)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Kein Zweifel, der Hund ist treu. Aber sollen wir uns deshalb ein Beispiel an ihm nehmen? Er ist doch dem Menschen treu und nicht dem Hund.

Karl Kraus (#2801)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können: Das macht den Journalisten.

Karl Kraus (#2802)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Klerus und Krieg: Man kann auch den Mantel der Nächstenliebe nach dem Winde hängen

Karl Kraus (#2803)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Kosmetik ist die Lehre vom Kosmos des Weibes.

Karl Kraus (#2804)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Kultur ist die Pflege der Vernachlässigung einer Naturanlage

Karl Kraus (#2805)Detailansicht

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Künstler haben das Recht, bescheiden, und die Pflicht, eitel zu sein

Karl Kraus (#2806)Detailansicht

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Künstler ist nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann.

Karl Kraus (#2807)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Denn: Jeder ist sich selbst der Nächste.

Karl Kraus (#2808)Detailansicht

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Liebe und Kunst umarmen nicht was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird

Karl Kraus (#2809)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Man kann eine Frau nicht hoch genug überschätzen.

Karl Kraus (#2810)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Man kann eine Frau wohl in flagranti ertappen, aber sie wird noch immer Zeit genug haben, es in Abrede zu stellen.

Karl Kraus (#2811)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Man muss oft erst nachdenken, worüber man sich freut; aber man weiß immer worüber man traurig ist.

Karl Kraus (#2812)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Männer der Wissenschaft! Man sagt ihr viele nach, aber die meisten mit Unrecht.

Karl Kraus (#2813)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Menschsein ist irrig.

Karl Kraus (#2814)Detailansicht

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Moral ist die Tendenz, das Bad mit dem Kinde auszuschütten.

Karl Kraus (#2815)Detailansicht

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Moralische Verantwortung ist das, was dem Mann fehlt, wenn er es von der Frau verlangt.

Karl Kraus (#2816)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Müssen wir für die Mängel büßen, die der Schöpfer an den Weibern gelassen hat? Weil sie in jedem Monat an ihre Unvollkommenheit gemahnt werden, müssen wir verbluten?!

Karl Kraus (#2817)Detailansicht

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Nach Ägypten wär's nicht so weit, aber bis man zum Südbahnhof kommt.

Karl Kraus (#2818)Detailansicht

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Nichts ist unergründlicher als die Oberflächlichkeit des Weibes.

Karl Kraus (#2819)Detailansicht

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Polemik soll den Gegner um seine Seelenruhe bringen, nicht ihn belästigen.

Karl Kraus (#2820)Detailansicht

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Preußen: Freizügigkeit mit Maulkorb. Österreich: Isolierzelle in der man schreien darf

Karl Kraus (#2821)Detailansicht

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Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.

Karl Kraus (#2822)Detailansicht

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Schein hat mehr Buchstaben, als Sein

Karl Kraus (#2823)Detailansicht

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Sexuelle Aufklärung ist insoweit berechtigt, als die Mädchen nicht früh genug erfahren können, wie die Kinder nicht zur Welt kommen.

Karl Kraus (#2824)Detailansicht

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Sexuelle Aufklärung ist jenes hartherzige Verfahren, wodurch es der Jugend aus hygienischen Gründen versagt wird, ihre Neugierde selbst zu befriedigen.

Karl Kraus (#2825)Detailansicht

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Sie ist mit einer Lüge in die Ehe getreten. Sie war eine Jungfrau und hat es Ihm nicht gesagt.

Karl Kraus (#2826)Detailansicht

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Sie sagte sich: Mit ihm schlafen, ja - aber nur keine Intimität!

Karl Kraus (#2827)Detailansicht

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Sie sagte, sie lebe so dahin. Dahin möchte ich sie begleiten!

Karl Kraus (#2828)Detailansicht

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Sittlichkeit ist das, was ohne unzüchtig zu sein mein Schamgefühl gröblich verletzt.

Karl Kraus (#2829)Detailansicht

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Tugend und Laster sind verwandt wie Kohle und Diamant

Karl Kraus (#2830)Detailansicht

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Ungerechtigkeit muss sein; sonst kommt man zu keinem Ende.

Karl Kraus (#2831)Detailansicht

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Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht.

Karl Kraus (#2832)Detailansicht

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Viele Frauen möchten mit Männern träumen, ohne mit ihnen zu schlafen. Man mache sie auf das Unmögliche dieses Vorhabens nachdrücklich aufmerksam.

Karl Kraus (#2833)Detailansicht

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Viele haben den Wunsch, mich zu erschlagen. Viele den Wunsch, mit mir ein Plauderstündchen zu verbringen. Gegen jene schützt mich das Gesetz.

Karl Kraus (#2834)Detailansicht

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Vieles, was bei Tisch geschmacklos ist, ist im Bett eine Würze. Und umgekehrt. Die meisten Verbindungen sind darum so unglücklich, weil diese Trennung von Tisch und Bett nicht vorgenommen wird.

Karl Kraus (#2835)Detailansicht

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Vielleicht ginge es besser, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen, wenn die Menschen an der Leine und die Hunde an der Religion geführt würden. Die Hundswut könnte in gleichem Maße abnehmen wie die Politik

Karl Kraus (#2836)Detailansicht

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Vorschläge, um mich dieser Stadt wieder zu gewinnen: Änderung des Dialekts und Verbot der Fortpflanzung.

Karl Kraus (#2837)Detailansicht

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Was die Lehrer verdauen, das essen die Schüler.

Karl Kraus (#2838)Detailansicht

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Was helfen uns die Flammenwerfer, wenn die Zündhölzchen ausgehen!

Karl Kraus (#2839)Detailansicht

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Was kann durch einen Weltkrieg entschieden werden? Nicht mehr, als dass das Christentum zu schwach war, ihn zu verhindern.

Karl Kraus (#2840)Detailansicht

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Weibeslust liegt neben der männlichen wie ein Epos neben einem Epigramm

Karl Kraus (#2841)Detailansicht

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Wenn die Sinne der Frau schweigen, verlangt sie den Mann im Mond.

Karl Kraus (#2842)Detailansicht

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Wenn ein Schwätzer einen Tag lang keinen Hörer hat, wird er heiser.

Karl Kraus (#2843)Detailansicht

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Wenn ich sicher wüsste, dass ich mit gewissen Leuten die Unsterblichkeit zu teilen haben werde, so möchte ich eine separierte Vergessenheit vorziehen.

Karl Kraus (#2844)Detailansicht

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Wenn lieben nur zum Zeugen dient, dient Lernen nur zum Lehren. Das ist die zweifache Rechtfertigung für das Dasein der Professoren.

Karl Kraus (#2845)Detailansicht

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Wer andern keine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Karl Kraus (#2846)Detailansicht

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Wider besseres Wissen die Wahrheit zu sagen, sollte für ehrlos gelten.

Karl Kraus (#2847)Detailansicht

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Wie schön, wenn ein Mädchen seine gute Erziehung vergisst!

Karl Kraus (#2848)Detailansicht

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Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie's lesen.

Karl Kraus (#2849)Detailansicht

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Wohltätige Frauen sind oft solche, denen es nicht mehr gegeben ist, wohlzutun.

Karl Kraus (#2850)Detailansicht

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"Würde" ist die konditionale Form von dem, was einer ist.

Karl Kraus (#2851)Detailansicht

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Den Leuten ein X für ein U vormachen - wo ist die Zeitung, die diesen Druckfehler zugibt?

Karl Kraus (#2852)Detailansicht

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Der Parlamentarismus ist die Kasernierung der politischen Prostitution.

Karl Kraus (#2853)Detailansicht

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Der Momo ist ein unentbehrlicher pädagogischer Behelf im deutschen Familienleben. Erwachsene schreckt man damit, dass man ihnen droht, der Psychiater werde sie holen.

Karl Kraus (#2854)Detailansicht

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Der Sport ist ein Sohn des Fortschritts, und er trägt schon auf eigene Faust zur Verdummung der Familie bei.

Karl Kraus (#2855)Detailansicht

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Der Voyeur besteht die Kraftprobe des natürlichen Empfindens: Der Wille, das Weib mit dem Mann zu sehen, überwindet selbst den Widerwillen, den Mann mit dem Weib zu sehen.

Karl Kraus (#2856)Detailansicht

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Die anständigen Frauen empfinden es als die größte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewusstsein greift.

Karl Kraus (#2857)Detailansicht

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Die Sitte verlangt, dass ein Lustmörder den Mord zugebe, aber nicht die Lust.

Karl Kraus (#2858)Detailansicht

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Die Sittenpolizei macht sich der Einmischung durch eine Amtshandlung schuldig.

Karl Kraus (#2859)Detailansicht

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Die Unzucht mit Tieren ist verboten, das Schlachten von Tieren ist erlaubt. Aber hat man noch nicht bedacht, dass es ein Lustmord sein könnte?

Karl Kraus (#2860)Detailansicht

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Die Zeitung ist die Konserve der Zeit.

Karl Kraus (#2861)Detailansicht

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Enthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Wimmerln, beim anderen Sexualgesetze.

Karl Kraus (#2862)Detailansicht

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In Deutschland bilden zwei einen Verein. Stirbt der eine, so erhebt sich der andere zum Zeichen der Trauer von seinem Platze.

Karl Kraus (#2863)Detailansicht

österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker


Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen!

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Schönheit vergeht, weil Tugend besteht.

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Was sind alle Orgien des Bacchus gegen die Räusche dessen, der sich zügellos der Enthaltsamkeit ergibt!

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Wir leben in einer Gesellschaft, die Monogamie mit Einheirat übersetzt.

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Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?

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Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung.

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Der Autor, der fremde Kostüme ausklopft, kommt dem stofflichen Interesse von der denkbar bequemsten Seite bei. Der geistige Leser hat deshalb das denkbar stärkste Misstrauen gegen jene Erzähler, die sich in exotischen Milieus herumtreiben.

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Frage deinen Nächsten nur über Dinge, die du selbst besser weißt. Dann könnte sein Rat wertvoll sein.

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Krank sind die meisten. Aber nur wenige wissen, dass sie sich etwas darauf einbilden können. Das sind die Psychoanalytiker.

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Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.

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Der Übel größtes ist der Zwang, an die äußern Dinge des Lebens, die der inneren Kraft dienen sollen, eben diese zu verplempern.

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Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott."

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Ein Journalist ist einer, der nachher alles vorher gewusst hat.

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Ein Paradoxon entsteht, wenn eine frühreife Erkenntnis mit dem Unsinn ihrer Zeit zusammenprallt.

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Eine Frau ist hin und wieder ein ganz praktischer Ersatz fürs Masturbieren.

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Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken

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Gedanken sind steuerfrei. Aber man hat doch Scherereien.

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In Zweifelsfällen entscheide man sich für das Richtige.

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Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache.

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Wenn die letzten Illusionen verloren sind, fangen die richtigen Probleme erst an.

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In einem Land, in dem die kulturelle Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge große Schatten.

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